Stopp! Hier gibt es nichts zu sehen!

Da hat die amtierende Vorzeigemutter-der-Nation sich aber was tolles einfallen lassen, um der Kinderpornografie in “diesem Internet” den Kampf anzusagen.

Es werden multilaterale Rechtshilfeabkommen geschloßen, Taskforces gebildet, die blitzschnell die Provider informieren, die die Server hosten, damit diese wiederum umgehend den Schund vom Netz nehmen. Die Inhalteanbieter werden anschließend umgehend festgenommen. Könnte man meinen … stattdessen erstellt das BKA jede Woche eine Liste mit bösen Seiten im Internet, übermittelt diese an die 5 größten Provider Deutschlands und diese leiten Anfragen auf diese Seiten auf eine unheimlich eindrucksvolle “Stopp-Seite” um, die irgendein Politpraktikant nach einem Schnellkurs HTML zusammengefummelt hat. Toll - Problem gelöst. Nicht.

Selbst Leute mit gefährlichem Internethalbwissen sind meistens in der Lage, in den Einstellungen des Betriebssystems oder des DSL-Routers die IP des DNS-Servers zu tauschen. Ja, mehr ist es nämlich nicht. Das kann jemand, der sich in diesem Umfeld bewegt und tendenziell sehr auf Sicherheit und Anonymität im Netz bedacht ist, um bloß nicht erwischt zu werden erst recht.

Nur eine Randnotiz, die man sich fast nicht traut zu erwähnen, denn wie könnte man denn überhaupt gegen diese Sperren sein, schließlich geht es doch um KiPo, ist, dass dem Internetnutzer in diesem Land damit ein weiteres Stück der freien Informationsbeschaffung genommen werden könnte: KiPo, Islamistische Terrorseiten, Naziseiten, Autonome, Globalisierungsgegner, Kritiker [...] alle böse, alle auf diese geheime Liste!

Wer kontrolliert die Kontrolleure? Wo ist die Gewaltenteilung für diese Aktion? Wo ist das Gesetz dazu? Gilt Art. 5 GG nur selektiv? Oder brauchen wir eine populistische Maßnahme im Wahljahr? Karlsruhe - bitte kassieren!

2 Comments

  1. [...] dieser Stelle hat ich vor 4 Tagen noch meinen Unmut über geplante KiPo-Sperrliste geäußert. Inzwischen hat die [...]

  2. Amal Gatta says:

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