Handys für Kuba
Es gibt eine Sache, die liest man in so ziemlich jedem Reiseführer über Kuba. Es wird empfohlen den einheimischen Leuten Parfüm-, Duschgel-, Rasierwasserpröbchen, Kugelschreiber und sonstige Sachen des täglichen Bedarfs mitzubringen. In der Tat sind diese Sachen auf Kuba Mangelware und/oder sehr teuer. Zukünftig dürften sich die Kubaner auch über ein anderes Utensil sehr freuen: das Handy.
Seit April 2008 ist es auch für den Normal-Kubaner möglich ein eigenes Mobiltelefon zu erwerben. Doch so einfach wie in westlichen Ländern üblich macht es die Regierung um Raul Castro seinen Einwohnern dann doch nicht ins moderne Kommunikationszeitalter einzusteigen. Zum einen sind Geräte, Verträge und Gespräche in der “Touristenwährung” Convertible Peso zu bezahlen, die wertmässig an den US-Dollar geknüpft ist, zum anderen geht alleine für die Grundausstattung schnell mal ein halbes Jahresgehalt drauf.
- günstigstes (und einziges) Gerät: 65 Dollar
- Zuteilung einer Rufnummer: 65 Dollar (April 2008: 120 Dollar)
- Telefonkarten: ab 11 Dollar
- Gespräche mobil zu mobil: 65 cent
Nicht ganz uneigennützug haben zwar die USA das Embargo gegen Kuba bezüglich Mobiltelefonen gelockert, dennoch, beim durchschnittlichen Gehalt eines Kubaners von umgerechnet 17 US-Dollar pro Monat bleibt es ein teurer Spass.
Und so könnte das in der Schublade vor sich hin liegende subventionierte deutsche Vertragshandy beim nächsten Kubaurlaub dankbare Abnehmer finden, wobei ich nicht weiss, was der kubanische Zoll dazu sagt ;-)

